Rückbaukonzept nach DGUV 101-604
Vor dem ersten Schnitt erstellen wir ein schriftliches Rückbaukonzept mit Abbruchfolge, Standsicherheitsnachweis je Abschnitt und Festlegung der Gefahrenbereiche. Es benennt den Abbruchverantwortlichen, die Rettungswege und die Abstimmung mit dem Restbetrieb. Bei Tragwerken mit unklarer Restfestigkeit ziehen wir einen Tragwerksplaner hinzu.
Kalte Demontage der Produktionstechnik
Maschinen, Rohrleitungen und Kabeltrassen werden vor dem Gebäudeabbruch kalt zerlegt, also mit Trennschleifer, Kernbohrung, hydraulischer Schere und Schraubverbindungen statt mit offener Flamme. Das vermeidet Brandlast in Hallen mit Öl- und Fettresten und hält Baugruppen wiederverwendbar. Brennschneiden setzen wir nur nach Freigabe und mit Brandwache ein.
Abschnittsweiser Abbruch mit Longfront-Bagger
Hallen und Werksbauten brechen wir von oben nach unten in definierten Abschnitten ab, mit Longfront-Geräten aus dem gesicherten Bereich heraus. So bleibt die Belegschaft außerhalb des Gefahrenbereichs und die Statik der Restkonstruktion bleibt kontrollierbar. Bei geringer Standfläche arbeiten wir mit Sortiergreifer und Pulverisierer statt mit Zug.
Trennung der Medien und Freischaltung
Strom, Gas, Druckluft, Dampf und Prozesswasser werden dokumentiert freigeschaltet, gespült und gekennzeichnet, bevor Bauteile fallen. Jede Trennstelle wird protokolliert und vom Betreiber gegengezeichnet. Ohne diese Freischaltung beginnt bei uns kein Rückbau.
Freimessung und Baufeldübergabe
Nach dem Abbruch prüfen wir Restflächen auf Schadstoffe, messen nach Vorgabe frei und dokumentieren den Zustand fotografisch. Die Fläche wird planeben übergeben, Restfundamente werden nach Absprache belassen oder ausgebaut. Die Übergabe erfolgt mit Aufmaß und Entsorgungsnachweisen.